…und noch mehr Presse
In den neusten Ausgaben der Aachener Nachrichten und der Aachener Zeitung wird über unser Projekt bericht.
Im Internet nachzulesen: Der Artikel in den Aachener Nachrichten
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Damit auch alle Blog-Leser auf dem neusten Stand bleiben, hier die neusten Artikel zu unserem Projekt.
Architektenkammer Nordrhein-Westfalen
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Mittwoch 31.03.2010
Der letzte Tag im Kongo startete ganz im Sinne des Projektes.
Der erste Programmpunkt, ein Treffen mit dem Minister für Wissenschaft und Bildung. Dank einer kleinen Präsentation konnten wir ihm unser Projekt gut näher bringen. Er zeigte sich außerordentlich interessiert und versprach sich unser Projekt in nächster Zeit einmal persönlich anzusehen. Er betonte noch einmal, wie sehr es ihn beeindrucke, dass wir als Studenten aus Deutschland in den Kongo reisen, mit dem Interesse ihnen vor Ort zu helfen und mit ihnen zu arbeiten. Vor allem auch die Tatsache, dass wir durch die Nutzung des Manioks ca. 8000 € sparen konnten bei einem Gesamtbudget von nur ca. 23.000 € zeigte für ihn die Wichtigkeit die das Projekt für die Entwicklung im Kongo hat.
Auf seinen Vorschlag hin besuchten wir direkt im Anschluss die Fakultät der Architektur an der Universität in Kinshasa. Leider trafen wir dort aufgrund der Semesterferien keine Studenten sondern nur Professoren an, aber auch diese lauschten sehr interessiert unseren Ausführungen zum Projekt und waren ziemlich beeindruckt über unsere Leistung. Hier wurden vor allem fachliche Fragen besprochen, auch bezüglich der Baufakultät die in Kananga an der U.KA entstehen soll. Auf der anschließenden Führung war es sehr interessant die verschiedenen Räumlichkeiten, Werkstätten und den Campus an sich kennen zu lernen.
Und schlussendlich, am Ende unserer Reise: ein halber Tag als Tourist im Kongo.
Die letzten Souvenirs konnten auf einem „Antikmarkt“ erstanden und die Tagesverpflegung in einem echten Supermarkt gekauft werden. Danach ging es los, mit einem Boot auf den Kongo!
Entfernt von dem chaotischen Treiben in der Stadt konnten wir so die letzten Wochen noch einmal an uns vorbei ziehen lassen, in Ruhe Abschied von Land und Menschen nehmen und uns auf die Nacht am Flughafen vorbereiten.
Dienstag 30.03.2010
Der letzte Tag in Kananga und gleichzeitig der erste Tag seit langem an dem wir ausschlafen dürfen. Natürlich hält kaum jemand wirklich lange durch, zu oft sind wir inzwischen um kurz nach sechs aufgestanden. Zum Frühstück gibt es den großen und lang erwarteten Pili-Pili Verkauf. Damit wir das Essen in Deutschland überhaupt noch vertragen!
Danach heißt es alles für die Abreise bereit machen und… warten. Um uns die Zeit zu vertreiben unternehmen wir einen letzten Spaziergang durch Kananga, bewundern Papa Daniel in seinem neuen Anzug und erfreuen uns an einer weiteren Portion Spaghetti Bolognese. Die meiste Zeit verbringen wir jedoch dösend in Jeans Hof.
Doch plötzlich, ein Aufruhr. Das Flugzeug ist zwei Stunden früher als erwartet gelandet und nun wartet man auf uns. An unserem letzten Tag in Kananga erfahren wir also tatsächlich noch, was es heißt sich beeilen zu müssen. Mit eingeschalteter Warnblinkanlage rasen wir durch die Stadt. Alle weiteren Abschiede fielen dementsprechend ziemlich verkürzt aus, da der Flieger tatsächlich nur noch auf uns wartete um starten zu können. Also rein und los!
Dieses Mal fliegen wir mit CAA in einer Fokker 50. Vor dem Zwischenstopp in Tshikapa ist uns allen etwas mulmig, da es dort nur eine Schotter-Piste gibt, entgegen den Erwartungen verlaufen sowohl Landung als auch Start äußert souverän. So sind wir alle ziemlich entspannt im Landeanflug auf Kinshasa – Fehler! Bei geschätzten 1000 Höhenmetern konnten wir aus den Seitenfenstern den Flughafen sehen, nach einer engen Rechtskurve sahen wir ihn, anstelle des Himmels, durch die Frontscheibe. Jean nannte dies im Nachhinein (als niemand mehr schrie) eine „afrikanische Erfahrung“.
Schon auf der anschließenden Fahrt zu Jean waren wir alle froh über die Entscheidung nur so kurz wie möglich in Kinshasa zu bleiben. Eine Großstadt ist eben doch etwas anderes als Kananga. Den Abend verbrachten wir erschöpft bei Jean und waren froh zeitig in unsere Betten zu fallen. An Schlaf war jedoch, dank Hitze, nicht zu denken.
Montag 29.03.2010
Der letzte Tag auf der Baustelle startet mit einem ungewohnten Frühstück. Es gibt Erdnussbutter und Honig! Für den Vormittag sind weitere aufräumarbeiten angesetzt. Es gibt immer noch an allen Ecken und Enden etwas zu tun. Deswegen waren die offiziellen Termine eigentlich erst für den Nachmittag geplant. Da der Gouverneur aber nur am Vormittag Zeit hat musste kurzentschlossen umdisponiert werden.
Gegen Mittag ist es dann soweit. Eine Autokolonne kommt den Hang hinunter. Aus dem ersten Auto springen einige Polizisten und verteilen sich, natürlich gut bewaffnet, im Land. Im nächsten Auto die Gefolgschaft des Gouverneurs und dann im letzten Auto, endlich, der Gouverneur.
War er bei unserem letzten Treffen in seinen Räumlichkeiten noch ein wenig zurückhaltend und leicht zweifelnd, sehen wir ihn heute höchst beeindruckt. Die meisten haben wahrscheinlich nicht wirklich damit gerechnet, dass wir in der kurzen Zeit so viel erreichen können. Nach der offiziellen Schlüsselübergabe bekommt er eine Führung durch unsere Gebäude und Außenanlage.
Nachdem wir uns bei Jean umgezogen haben erwartet uns eine Überraschung auf der Baustelle. Alles ist mit Blumen geschmückt und unsere Bauarbeiter sind teilweise nicht mehr zu erkennen, so schick sehen sie aus. Der offizielle Teil kann also beginnen.
Kurz nach uns trifft auch die Bürgermeisterin ein, die dem ganzen Festakt beiwohnen wird.
Die Feierlichkeiten beginnen mit der Nationalhymne und der Hymne der U.KA, es folgen festliche Reden und die Übergabe der Zertifikate an die Studenten. Auch wir geben dieses Mal gesanglich etwas zum Besten „Die Gedanken sind frei“ ruft Begeisterungsstürme seitens der Kongolesen hervor. Auch die kongolesischen Studenten haben natürlich ein Lied für uns.
Nun steht noch die Signatur des Gebäudes an, ein Streifen an der Küchenwand ist noch nicht verputzt, dort wird nun frischer Putz aufgetragen und alle die an diesem Projekt beteiligt waren, von der Bürgermeisterin bis zu den helfenden Studenten hinterlassen nun einen Handabdruck im frischen Putz.
Jetzt wird auch dem letzten klar: Wir haben es geschafft!
Sonntag 28.03.2010
Statusbericht:
– arbeiten, arbeiten, arbeiten
– wir müssen aus dem Kloster ausziehen
Heute Morgen erfahren wir unerfreuliches, heute werden 41 Ärzte aus dem Kongo in unserem Kloster eintreffen. Einen Tag früher als erwartet. Somit müssen wir schon heute Nachmittag ausziehen. Und dann?
Auf der Baustelle starten die großen Aufräumarbeiten. Überall werden Holzreste und ähnliches eingesammelt, sortiert oder entsorgt. Die letzten Fugen in den Granitsockeln werden bearbeitet. Feinarbeiten wohin man blickt. Nebenbei wird heute auch die Küche fertig verputzt und die Holzbank vor dem Wohngebäude erhält ihren letzten Schliff.
Es ist etwas schwierig in dem Ganzen den Überblick zu behalten. Bis 14:00 Uhr wurde schon viel geschafft, dann hieß es schnell zum Kloster, ein vorerst letztes Mal duschen, alles einpacken und zu Jean. Dieser wird für die zwei nächsten Nächte unser Gastgeber sein. Wir bringen seine Raum-Kapazitäten klar an ihre Grenzen. Überall wo man hinschaut Menschen, Moskitonetze, Matratzen oder Gepäck.
Am Abend begeben wir uns auf einen kleinen Spaziergang durch Kananga. Inzwischen sind wir schon so heimisch, dass wir tatsächlich Bekannte auf diesem Weg treffen.
Samstag 27.03.2010
Statusbericht:
– natürlich wird heute Vollzeit gearbeitet
– Regen Regen Regen
– es wird weiter verputzt
– das Dach der Küche ist fertig!
– Spaghetti die glücklich machen
Für heute haben wir uns noch einmal viel vorgenommen! Doch zum ersten Mal macht uns das Wetter einen wirklichen Strich durch die Rechnung. Es regnet! Und das schon am Vormittag, kein Ende in Sicht. Die Putzarbeiten, die in der Küche schon weit voran geschritten waren fallen dem Regen zum Opfer, da das Dach immer noch nicht komplett mit Wellblech gedeckt ist. Wir können nur daneben stehen und zuschauen.
Doch auch mit Regen muss es weiter gehen! Die Türen der Wohnräume können gestrichen werden. Nun in schönen kräftigen Farben. Auch die Hofgestaltung und die Wasserrinnen können heute bei diesen immensen Wassermassen noch einmal überprüft werden. Die Rinne hinter dem Haus wird noch einmal verbreitert um auch starken Regen optimal aufnehmen zu können.
Die Sitzbank vor dem Wohngebäude wird heute ein gutes Stück vorwärts gebracht. Schon jetzt lässt sich sagen, dass die Idee mit der Sitzbank ein voller Erfolg ist. Sie wurde schon als Mauer jeden Tag gut genutzt, denn selbst in der Mittagshitze liegt sie optimal im Schatten des Daches bzw. bei Regen bleibt man (fast) trocken.
Mittags erwartet uns eine Überraschung die ausnahmsweise nichts mit der Baustelle zu tun hat. Es mag banal klingen, aber für uns war es ein Highlight. Schon seit dem Morgen wurde darüber gemunkelt… Es gab Spaghetti Bolognese! Ein amerikanischer Pilot von „Wings of Hope“ war zu Gast bei Jean und beglückte uns mit diesem köstlichen Mal.
Am Nachmittag dann die Erlösung auf der Baustelle. Der Regen ließ nach und die Arbeiten konnten wieder aufgenommen werden. Schon kurz darauf erklang Jubel vom Küchendach. Es ist vollbracht! Das Richtfest fällt dieses Mal deutlich kürzer, aber auch deutlich euphorischer aus.